Abenteuer Schulanfang „Wie muss ich das schreiben?“

Liebe Pirifans!

Immer wieder stehe ich vor dem Problem, wie ich meine Kinder zum Schreiben ohne Ängste verlocke und sie dazu bringe, auch richtig zu schreiben.

Dabei ist mir aufgefallen, dass manche Schüler nie gelernt haben, genau hinzuschauen!

Das heißt für mich, dass ich sehr viel Wahrnehmungstraining neben der Arbeit mit den Anlauten pflege. Meine Kinder werden von der ersten Schulwoche trainiert, genau hinzuschauen und korrekt abzuschreiben. Egal ob sie von Buch, Blatt, von Spielkärtchen oder der Tafel abschreiben, ich bestehe auf vergleichende Kontrolle, stelle Hilfen zur Verfügung und lobe jedes richtige Wort! Meine Kinder wissen: lieber weniger, aber richtig!
Ich bin da, falls es Probleme gibt, und korrigiere nicht mit rot, sondern radiere oder markiere oft nur mit einem Bleistiftpunkt. Dabei erwarte ich, dass allein verglichen und verbessert wird. Bei manchen Kindern schreibe ich das Wort korrekt unter den Eintrag.
Hilfen und Unterstützung werden bei Bedarf, bei Fragen und Bitten um Hilfestellung selbstverständlich gewährt.
Die Silbenschreibweise, die differenzierten Arbeitsaufträge, schwingen und markieren der Könige, wie sie in der Piri-Fibel gepflegt und im Sprach-Lese-Buch 2 weitergeführt werden, sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass meine Schüler sehr sicher und genau abschreiben und richtig aufschreiben (z.B. Fibel S. 42).
Sie machen sich Gedanken, ob ein doppelter Mitlaut kommt, da der Vokal kurz klingt oder dass es kein eu sondern ein äu sein muss, wenn im verwandten Wort ein au steht, wie in Baum.
Die Strategien des Lehrganges greifen und helfen den Kindern weiter.

Lernwörter werden in meiner jahrgangsgemischten Klasse gemeinsam geübt.
Mit den Erstklässlern erarbeite ich Wörter zum Buchstabenlehrgang passend mit Magnetbuchstaben an der Tafel ( z.B. Sachkundethema Gemüse/Ernährung: Salat, Ernte, Ananas, Essen, essen, Tomaten, Reis, Eis; siehe Fibel S. 29).
Wir untersuchen die Wörter, schwingen, markieren die Könige, hören Laute ab und suchen nach Reimwörtern.
Es wird lautiert, buchstabiert, werden Rätsel an der Tafel ergänzt, Magnetbuchstaben in die richtige Reihenfolge gebracht, ins Heft geschrieben oder mit einem editierten Word Arbeitsblatt von der CD des Lehrerhandbuches der Fibel geübt.
Mit allen führe ich das Lernwörtertraining ein und erstelle mit den Schülern Lernplakate, die ausgehängt und später zusammengeheftet werden.
Wir haben inzwischen viele Lernwörterhefte als Beispiele.
Die Kinder üben mit Computer, im Heft, auf Plakaten in vielfältiger Art mit Begeisterung!
Oft hört man die Kinder die Nachbarn fragen: „Buchstabierst du mir mal das Wort …?“ oder „Wie schreibt man …? oder „Frau Schuster, Son-ne schreibt man mit zwei n, gell, ich sage ja nicht Soo-ne, oder?“ oder „Warum sind das bei Erdbeere nur drei Silben, es sind doch vier Könige!“
Die selbst erfundenen Geschichten zum Thema mit den Lernwörtern werden vorgelesen und ausgestellt.
Für die Zweitklässler ist das schon Routine. Sie erstellen Rätsel für die Kleinen und sind groß im Helfen und unterstützen mich bei der Korrektur.

Falls es nicht so gut klappt, dann besteht eventuell eine Schwäche oder ein Problem. Durch konsequente Beobachtung, verstärktes Wahrnehmungstraining und die stete Dokumentation von Fortschritten versuche ich den Kindern Mut zur Anstrengung zu machen.
Das kann so weit führen, dass eine Legasthenie zwar diagnostiziert wird, aber im Schulalltag mit den erworbenen Strategien nicht so stark zum Tragen kommt. An einem meiner Schüler, der mit Piri in der Jahrgangsmischung groß geworden und jetzt in der 4. Klasse ist, kann man das deutlich sehen.

Mit dem Interesse, dem Mut zur Anstrengung und der Frage auf den Lippen: „Wie schreibe ich das?“ haben unsere Kinder Erfolg!

Viel Spaß damit, im wahrsten Sinne des Wortes!

Herzlichst

Susette Schuster

 

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